Warten auf den "richtigen" Knall

Verschiedene Methoden, die Nachhallzeit zu messen

Wir haben uns gefragt, welche Methode zur Nachhallzeitmessung bei verschiedenen Räumen am besten funktioniert. Muss man immer gleich die Pistole zücken? Reicht die Energie der „Knalltüten“ oder eines Luftballons aus, um unmöblierte, sehr hallige Räume anzuregen? Gibt es eine Messmethode, um auch die tiefen Frequenzen unter 100 Hz realistisch abzubilden, ohne einen großen Lautsprecher benutzen zu müssen? Wir haben uns diesen Fragen gestellt und in einen möblierten und einem unmöblierten Hotelzimmer Nachhallzeitmessungen durchgeführt. 

Folgende Messungen haben wir gewählt:

  • Chirp-Verfahren
  • Rosa Rauschen
  • Weißes Rauschen
  • Klatsche
  • Knalltüte
  • Luftballon

Das möblierte Muster-Hotelzimmer wies ein Volumen von ca. 59 m³ auf. Der unmöblierte Raum wies ein Volumen von ca. 73 m³ auf. Innerhalb eines Tages haben wir alle Messmethoden durchgeführt und später im Büro ausgewertet und verglichen. 

Grundlegend variieren die Ergebnisse des leeren Raums mehr als die des möblierten Raums mit Grundabsorption. In Räumen mit einer längeren Nachhallzeit ist eine größere Abweichung zu erwarten. Frequenzen höher 1.000 Hz werden von allen Verfahren in beiden Räumen mit hoher und vergleichbarer Präzision gemessen. Der Oktav-Mittenfrequenzbereich von 250 Hz bis 1.000 Hz kann durch das Chirp-Verfahren in beiden Raumsitiuationen am genauesten gemessen werden. Alle Verfahren messen auch hier den möblierten Raum mit hoher und vergleichbarer Präzision. 

Die Impulsgeber (Klatsche, Knalltüte, Luftballon) weisen große Streuungen auf. Die Rauschabschaltungen (Rosa Rauschen, Weißes Rauschen) weisen hingegen eine hohe Präzision auf. 

Bei Frequenzen kleiner 250 Hz ist die Streuung bei allen Verfahren am größten, weil bei keiner Methode ausreichend Schallenergie erzeugt werden konnte. 

Als Ergebnis der Untersuchung wurde unser Repertoire neben dem Rosa Rauschen um die Knalltüte und den Luftballon erweitert. Nachfolgend möchten wir die einzelnen  Methoden kurz bewerten:

Platz 1: Luftballon

  • Vorteil: sehr kurze Aufbaudauer, hohe Präzision, gleichmäßigster Verlauf im Vergleich mit anderen Methoden
  • Nachteil: Einwegprodukt, nicht nachhaltig

Platz 2: Chirp-Verfahren

  • Vorteil: höchste Präzision, klar definierte Messpunkte, geringe Messunsicherheiten
  • Nachteil: erfordert Erfahrung und viel Zeit für die Einstellung der zu erwartenden Nachhallzeiten, lange Auf- und Abbaudauer, hohe Abweichungen, Nachhallzeit ab f < 250 Hz nicht auswertbar, u.E.n. nicht praktikabel für hallige und große Räume

Platz 3: Knalltüte

  • Vorteil: sehr kurze Aufbaudauer, hohe Präzision, praktikabel bei Nachhallzeitmessungen, einfache Herstellung
  • Nachteil: begrenzte Haltbarkeit

Platz 4 + 5: Rosa/Weißes Rauschen

  • Vorteil: hohe Präzision, klar definierte Messpunkte, einfache und geringe Messunsicherheiten
  • Nachteil: lange Auf- und Abbaudauer

Platz 6: Klatsche

  • Vorteil: sehr kurze Aufbaudauer, praktikabel bei Bauakustik-Messungen
  • Nachteil: höhere Messunsicherheiten als bei den anderen Methoden

Haben Sie Interesse an detaillierten Ergebnissen und Kurven unserer Nachhallzeitmessungen? Dann kontaktieren Sie uns gerne telefonisch oder per E-Mail. 

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